Sind Wildkräuter genauso wirksam wie Superfood?

Superfood ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Acai, Goji, Moringa, etc. werden uns angepriesen. Sie sind sehr teuer, das sollte uns nachdenklich stimmen. Wer verdient daran und hat ein Interesse möglichst viel davon zu verkaufen? Superfood ist in erster Linie ein Marketingbegriff, der nicht geschützt ist. Zwar muss die Wirkung wissenschaftlich belegt sein, damit die Bezeichnung verwendet werden darf, in der Praxis ist es aber häufig so, dass die notwendigen Mengen kaum aufgenommen werden können.

Bei Superfood sollte man nicht vergessen, dass die Pflanzen zumeist nicht frisch zu uns kommen, häufig können wir sie getrocknet kaufen. Bekommt man sie einmal „frisch“ haben sie schon einen langen Transportweg hinter sich und sind vermutlich nicht vollreif geerntet worden, wie es bei Obst und Gemüse Gang und Gäbe ist. Sie hatten demzufolge nicht die Möglichkeit alle Inhaltsstoffe voll auszubilden.

Brennesseln beispielsweise können wir uns alle selbst pflücken, daran verdient niemand, es hat also keinen Nutzen sie zu erwähnen oder gar zu bewerben.

Schauen wir uns ihre Inhaltsstoffe einmal an (mg/100g):

Calcium 630     Vollmilch 120
Vitamin C 333     Grünkohl 105
Eisen 7,4     Spinat 3,4

Dies nur eine Auswahl an Inhaltsstoffen. Die Brennessel kann also getrost zu den Superfoods gezählt werden. Auch außerordentlich gute Werte liefern Giersch, Löwenzahn und Gänseblümchen, um nur einige zu nennen.

Somit lautet die Antwort: JA, Wildkräuter sind genauso wirksam wie die ausgelobten Superfoods.

Wer nun nicht oder nicht immer die Möglichkeit hat Wildpflanzen zu sammeln, kann auf heimische Beeren (Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren) zurückgreifen. Auch Grünkohl, Rotkohl, Weißkohl liefern uns viel Hochwertiges.

Gerne stehe ich für weitergehende Fragen zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am 2017-01-14 von Katja.

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